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Máda  / 
Máda
Montag

Quelle: Edda Seidl-Reiter "Das Mühlviertel in seiner Sprache - Juiwegga Dudn". (S. 288)
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Malafiza  / 
Malafiza
Malefizpersonen, Schimpfname. Im Mittelalter eine straffällige Person, für sie gab es ein Halsgericht, z.B. in Klaffer Gem. Ulrichsberg 1595. In einem Bericht an den Landeshauptmann wird noch erwähnt: Lienhard Srinzl aus Klaffer wurde vom Richter gefänglich eingezogen und dann von rechtswegen mit Ruten "ausgestaubt". (Codex 1589 – 1601 S. 29 Archiv Stift Schlägl). Abschreckendes Wahrzeichen waren die allerorts errichteten Galgen. Die Flurbezeichnungen Galgenau und Galgenbühel weisen noch noch auf die Zeit der Hochgerichte hin. Malefizpersonen (Sträflinge) wurden von einem Marktrichter zum anderen beim "Gadern" übergeben. Der den Sdträfling übernehmende Richter mußte bei der Übergabe 3 Pfenig bezahlen. War der übernehmende Richter nicht erschienen, so wurde der Sträfling mit einem Strohband an den "Gadern" gebunden, nachdem der übergebende Richter dreimal in die Richtung des zu erwartenden Kollegen gerufen hatte. Er verließ sodann den angebundenen Sträfling, der nun nichts Eiligeres zu tun hatte, als sich aus dem Staub zu machen.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 247 - 248)
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Markfahrn  / 
Markfahrn
Die Bauern aus dem Raume Urfahr Umgebung brachten 1 bis 2 mal in der Woche ihre Erzeugnisse mit dem "Mårkgårm" (Marktkarren), an den 1 bis 2 Hunde angespannt waren, nach Linz zum Verkauf.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 249)
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Marl (das)  / 
Marl (das)
Märchen OM

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 225)
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mauggön  / 
mauggön
anschmiegen

Quelle: © Edda Seidl-Reiter "Das Mühlviertel in seiner Sprache - Juiwegga Dudn". (S. 191)
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Midicha  / 
Midicha
Mittwoch

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 255)
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Mittaricht  / 
Mittaricht
Hauptspeise. Erster Gang, Sauerkraut mit Kartoffel. Zweiter Gang, Mitterich. Dritter Gang: Milchsuppe mit Schnidln (Brotschnitten). Eachta Midicha und Sunda (Dienstag, Mittwoch und Sonntag) gab es meistens Selchfleisch. Es war sehr foast (fett) und meist mehrere Monate, wenn nicht gar ein Jahr alt. Das Foaste war oft schon ganz gelb und nicht selten schwammen auf der Fleischsuppe die Maden, welche durch das Kochen aus den Falten zu Tage befördert wurden. Man fand dies ganz und gar nicht ekelhaft, wenn nur das Fleisch nicht so foast und alt wäre. Die Mehlknödeln, auch die Staubadn genannt, sind eine spezifische Kost im Mühlviertel und immer noch sehr beliebt. Bei anstrengender Arbeit wurde auch das Foaste wieder verarbeitet. Wenn man zur Jause auch noch Fleisch essen wollte, mußte man sich vom Mittagessen etwas abzweigen, was dann kalt wieder auf den Teller kam. Jeder Tischgenosse erkannte zur Jause genau das von ihm übriggelassene Stückchen Fleisch, das er sich unaufgefordert vom Teller nehmen durfte. Die Speisen waren sehr wenig gesalzen, weil man sich auch das Salz nicht leisten konnte. An besonderen Feiertagen gab es zu Mittag zweierlei Fleisch. An den übrigen Tagen bestand der zweite Gang aus Mehlspeisen. Am Montag kamen immer die üblichen Mo(n)da – Knödln. Am Mitticha eine Mehlspeise aus der Rein, meist aus Erdäpfelteig wie Erdäpfelnudeln, Erdäpfel-Schedl, Wetzstoaschedl, oder auch die zweispitzigen Nudeln. Am Freitag gab es Mehlspeise je nach Kochkunst der Bäuerin. Am Samstag Mäultåschn, aus Kartoffelteig, meist mit Äpfel gefüllt, eine herrliche, schmackhafte Kost. Reis kam sehr selten auf den Tisch, weil er zu teuer war. Speisen von Grieß gab es schon häufiger. Eine Seltenheit war der Strudel, der nur einmal im Jahr aufgetischt wurde. Krapfen kamen zur Kornernte auf den Tisch, es waren die sogenannten Schnidakråpfn (Schnitterkrapfen) zum Håårfånga (Flachsernte) zu den drei heiligen Zeiten: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und am Suniwendtåg bekam jeder Hausbewohner eine Schüssel voll Krapfen und einen großen Brådlaib. Bei Tisch wurde aber nicht viel davon gegessen, weil sie als Leckerbissen galten. Es wäre auch jedem verargt worden, wenn er viel davon gegessen hätte. Eier in Schmalz waren sehr beliebt; es wurde nur zubereitet, wenn man jemanden eine große Ehre bereiten wollte ... Eier in Schmalz bekam u.a. der Firmling, wenn er zu Besuch gekommen war. Zu Weihnachten und Ostern wurde ein zweites Fleisch (grünes d.h. frisches und Gselchtes oder Rindfleisch) aufgetragen, wenn man gerade solches zu Hause hatte. Beim Fleischhauer kaufte der Bauer niemals. Waren Handwerker oder Besuche im Haus, so gab es mitunter auch Rahmsuppe. Nach dem Sau(r)n – Kraut (Sauerkraut) kamen endlich dann die Krapfen mit gesottenen Kletzen (Dörrbirnen), Schmalzkoch und ein kaltes Koch. An solchen Tagen gab es nie Fleisch auch wenn es ein Fleischtag war. Gerne wurde auch Prei(n) (Hirsebrei) gegessen. Aus Hirse kann man allerlei Gerichte zubereiten und sie war auch bei den ärmeren Leuten öfter auf dem Tisch. Als letzte Richt wurde noch Milchsuppe gegessen. Um 9 Uhr und um 3 Uhr nachmittags wurde zur Jause gerufen. Es gab Topfenkäse oder auch den im MV berühmten Ziegerlkas (Magermilchkäse) in kleinen Kegelformen. Er wurde auf einem Brett am Kachelofen getrocknet und dann in einem irdenen Häfen verschlossen auf die Kellerstiege gestellt, bis er zu rinnen anfing. Vielfach war der Hafen nicht fliegendicht und in der Folge gab es oft Kas mit Maden, die aber niemanden störten, weil sie ja auf dem Kas gewachsen sind. Das Fleisch, das vom Mittagstisch übrigblieb, wurde dazu gegessen. Oft gab es nur trockenes Brot und den krebsauren Most, den alle gemeinsam aus dem irdenen Mostkrug tranken. War er einmal ganz und gar zu sauer, daß es einem schon den Pfoadstutzen einizog, dann wurde er mit Wasser gestreckt. Das Abendessen bestand meist aus einer Suppe. Es wurde auch zu da Suppm gerufen, mitunter gab es auch Sauerkraut mit Erdäpfel. Gesalzen wurde die Suppe von der Bäuerin, wenn sie schon auf dem Tisch stand. Sie rief Brockan ausanåna bevor sie das Salz hineingab, damit es in die Suppe und nicht auf die Brotstücke gelangte. Beim Suppenessen durfte man nur einen Brocken auf den Löffel nehmen. (Siehe Band 1, S. 255)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 232 - 235)
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Müh (die)  / 
Müh (die)
Mühle, es gab allein im OM 109 Mühlen.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 236)
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Må(n)ähl (der)  / 
Må(n)ähl (der)
Mond; das Gesicht des zunehmenden Mondes gleicht dem Gesicht eines alten Mannes daher Ähnl (Ahne)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 248)
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Måa, Moa  / 
Måa, Moa
Grundgrenze ... Måastoa – Markstein, Grenzstein. Unter dem Måastoa wurden meistens Glasscherben vergraben, sodaß man bei einem unerlaubten Versetzen des Måastoans im Zweifelsfalle die Probe machen konnt. In germanischer und keltischer Zeit wurden Grenzsteinverletzungen mit dem Tode bestraft. Als Abschreckungs mittel wurde die Meinung verbreitet, daß unter den Grenzsteinen die Seelen der ungeborenen Kinder wohnen. Wehe dem, der einen solchen Stein herausreißt, der tötet auch sie.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 222 - 223)
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Mågnsterz  / 
Mågnsterz
Mohnsterz ... Mehlspeise mit Mohn beigemischt.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 223)
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Målter  / 
Målter
Mahlgetreide

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 248)
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Måristoa (der)  / 
Måristoa (der)
Grenzstein OM

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 225)
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Mähra  / 
Mähra


Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 247)
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Mährl (die)  / 
Mährl (die)
Märchen oder Räubersgeschichte, Erzählungen

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 247)
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Mäu(l)fäul (das)  / 
Mäu(l)fäul (das)
Mundfäule, Mundkrankheit .. dazu ein Zauberspruch: Mäulfäul, geh hin und wieder aus alle meine Glieder und kim nimma wieder. Man soll sich während des Spruches zwischen zwei Eichen stellen, sich ein Zweiglein abreißen und damit dreimal über die geschlossenen Zähne auf- und abstreichen. (entnommen aus einem handgeschrieben Zauberbuch ohne Titel)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 226)
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Die Sprichwörtersammlung mit Erörterung bzw. geschichtlichen
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