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Dabsch(d)l  / 
Dabsch(d)l
auf seine Meinung versteifter Mensch.

Quelle: © Edda Seidl-Reiter "Das Mühlviertel in seiner Sprache - Juiwegga Dudn". (S. 194)
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Daurand (der)  / 
Daurand (der)
Heilpflanzen (asplenium septentrionale) und Widritod (asplen trichom) : Unter der Schwelle eingegraben zur Hexenabwehr (HG 5. Jg 1926/306)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 71)
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Deastbot (der)  / 
Deastbot (der)
Dienstbote; männliche Dienstboten mußten im Stall oder in der Getreidekammer schlafen, die weiblichen, Dirnen genannt, hatten ihre Betten im Rübenkeller (siehe Freilichtmuseum Pelmberg, Gemeinde Hellmondsödt)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2
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Deastleit (die)  / 
Deastleit (die)
Dienstleute. Die Lichtmößwocha (Woche um Maria Lichtmeß) war für die Dienstleute die schönste Woche des Jahres, da brauchten sie sonst keine Arbeit verrichten als die Stallarbeiten. In dieser Woche hatte sie auch Zeit, ihren Brotgeber zu wechseln. In Sandl gab es sogar eine dafür eigens konstruierten Wanderschlitten. Eine Gwandtruha war fest auf den Schlitten aufgebaut, weil zu Maria Lichtmeß noch immer tiefer Winter war. An besonders fleißige Dienstboten richtete der Bauer bereits zu Weihnachten die Frage: Bleibst ma eh wieder?, darauf gab es dann entweder ein Ja oder ein Nein. Bei Zusage wurden außer dem Barlohn auch noch allerlei Naturaloleistungen ausgedungen. So verlangte ein Knecht 70 bis 80 Gulden bar, drei Leinenhemden, ein Sonntagshemd, (Sundapfoad und Werdapfoad). Die Mägde mußten sich je nach Arbeitsleistung mit 36 bis 50 Gulden abfinden, zuzüglich Zeug auf ein Kleid, 20 Ellen Leinwand, 20 Pfund Haar, und ein Paar Jahrschuhe. Ein Drångeld von 2 bis 5 Gulden besiegelte die Abmachung.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 82)
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Deil  / 
Deil
Teufel, dessen Name man nicht aussprechen durfte; ... da Deil sois hoin ... der Teufel soll es holen.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 72)
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Diezel (der)  / 
Diezel (der)
Schnuller; früher wurde den Kindern ein Stück Zucker oder Honig in einen Fetzen (Tuch) eingewickelt, das war der Diezel oder „Zuzel“. Damit die Kinder während der Feldarbeit eine „Ruh“ gaben, wurde ihnen fallweise ein Tee aus Mohnkapseln (Mohnbögan) verabreicht.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 76)
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Dimböcker Schnecken  / 
Dimböcker Schnecken
In der Gemeinde Dimbach erzeugte man in Heimarbeit Fausthandschuhe von besonderer Qualität und Farbe, von den verschiedenen Farben bekamen sie auch den Namen. Sie reichten bis zum Unterarm und waren mit Stöcklmuster versehen, aus schwarzer Wolle gestrickt und bei den Schiffsleuten und Holzfuhrleuten sehr gefragt.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 76)
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Ding  / 
Ding
Ding oder Thing, Ehaftthaiding fand im frühen Mittelalter statt (HG. 1926 3., 4. H.). Im Gegensatz zum Thaiding eine Gerichtsversammlung bei Tag, daher Tagung oder Tagding-Thaiding. In der längeren Form Bannthaiding bedeutet das Wort Bann oder Pan entweder den Rechtsbereich, Bezirk, für den die Vorschriften gelten oder die Strafandrohung, unter der sie gegeben sind. Der Name Thaiding blieb bis ins 18 Jhdt. bestehen, aber das Wesen war ganz anders geworden. Im Mittelalter verschwand nach und nach der Stand der Freien, sie gerieten freiwillig oder unfreiwillig in die Abhängigkeit der Grundbesitzer. Sie standen in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zum Grundherrn. Es gab Dorfgerichte und Hofgerichte, in denen unter dem Vorsitz der Grundobrigkeit die kleinen Streitigkeiten und Rechtshändel ausgetragen wurden.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 76)
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Dirndlstaudn  / 
Dirndlstaudn
(Cornus mas) wuchs vornehmlich auf Feldrainen

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 84)
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Doana (die)  / 
Doana (die)
Donau, schlicht und einfach auch „s´Wassa“ genannt. Die Donau war nie eine Staatsgrenze, daher mußte das Mühlviertel schon in Urzeiten zum Königreich Norikum gehört haben. Unter Kaiser Augustus rückten die Römer im Jahr 15 v. Chr. kampflos in das Keltenreich ein und errichteten nach einigen Jahrhunderten an Stelle des Militärs eine Zivilvertretung. Man weiß heute, daß am Nordufer der Donau keine Germanen waren, sondern Kelten (Gustav Wasmayr – Ulrichsberg). Der Nordwald war ein sicherer Grenzraum.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 78)
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Draufgåb (die)  / 
Draufgåb (die)
Bei jedem Einkauf bekam man vom Kaufmann eine „Draufgåb“ in Form von einem „Stanizerl Zucker“. Die guadn Bräuch sterbn alle aus (Der Verfasser)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 80)
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Drei Kreiz  / 
Drei Kreiz
Drei Kreuze mit sechs Hieben in den Baumstumpf einhacken um 1.Unglück fernzuhalten 2.den armen Seelen eine Raststätte zu bieten oder dem Teufel eine solche zu verleiden.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 81)
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Dreikreuzaloabö (das)  / 
Dreikreuzaloabö (das)
ein Gebäck zum Preis von 3 Kreuzern

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 81)
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Dreschertakt  / 
Dreschertakt
Takte beim Dreschen mit der Drischl. Das Ausdreschen des ganzen Getreides dauerte oft bis Weihnachten. Jenem Bauern, der beim Dreschen letzter wurde, hatte man als Verhöhnung die Gumsen beim Stadeltor hineingeworfen. Die Gumsen wurde aus einer Rübe angefertigt, mit Federn bespickt und mit Kopf und Beinen aus Holz versehen. Sie ist im UM meist unter der Bezeichnung Stadlhenn bekannt. Die Drischl besteht aus einen Führungsstab und dem eigentlichen Dreschflegel. Sie wurde bis zur Einführung der Dreschmaschine in jedem Bauernzhaus dazu benützt, das Getreide aus den Ähren zu schlagen, was bei kleinen Bedarfsmengen oft nur über ein Wagenrad erfolgte. Über das Wagenrad oder über die Egge wurde hauptsächlich die Schwaben (große Bunde) ausgeschlagen, weil man das Stroh nicht verletzten durfte, das zum Dachdecken verwendet wurde. Noch bis 1945 wurde teilweise mit der Drischl gedroschen, weil es mit dem Heranschaffen und dem Betrieb der Dreschmaschine oft Schwierigkeiten gab und die Dienstboten sowieso eine Arbeit brauchten. Die Dreschmaschine wurde mit der Dampfmaschine angetrieben. Das Dreschen mit der Drischl erfolgte in einem gleichbleibenden Takt, wozu es als Hilfestellung gewisse Taktsprüche gab: Für 2 Drescher: I und du und i und du! Für 3 Drescher: Schind d´ Katz aus! Für 4 Drescher: Sterz in d´ Schüssl Für 5 Drescher: Van Mü(ll)na zan Bäcker Für 6 Drescher: Wån Gott gab, daß s´ Nåcht war, Wånn ma d´ Suppen ban Tåg aß

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 87)
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Drieschübl (der)  / 
Drieschübl (der)
Türschwelle im Mittelalter (Die Arten der Freyungszeichen und ihre Anwendung von Gustav Bachmann, 16 Jhdt) Türschwelle. 1566 Hausrecht (O.Ö. Hbl. Heft 4 / 1959) (S. 82)
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Drischl  / 
Drischl
Dreschflegel mit Stiel; gedroschen wurde von zwei bis acht Teilnehmern, wobei jeder auf den Takt zu achten hatte. Den Dreschflegel an der rechten Seite des Stabes herumschwingen hieß das „Oaschleggerdreschen“. Viel schwerer war das „Linksdreschen“. Die Teilnehmer waren die „Drescha“. Waren fremde Drescher im Haus, so gab es zum Abschluß auch die bekannten Drescherkrapfen. Bis zu Weihnachten mußte man mit dem Drusch fertig sein, sonst war es eine Schande. Später kam dann schon die sogenannte Steftenmaschine, die den Dreschflegel außer Funktion setzte. Der erste Bauer im Dorf, der vom Dreschen fertig wurde, brachte dem Nächsten die „Gumsen“ (Stoffpuppe). Über den letzten machte man sich lustig.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 83)
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Drud  / 
Drud
Wud, Alpdruck. Die Ursache für den Alpdruck wurde einem bösen Geist, der Drud, zugeschrieben. Der Abwehrspruch lautete: Drud, Wud, Wie(b), geh über Steg und Steig, über Stöck und Gråbn! Påck mi nöt am Krågn! Zeichnet man zusätzlich den Drudenfuß (Pentagramm) ohne abzusetzen in die linke Handfläche, so kann man sicher sein, daß einem nichts passiert. Eine jetzt alte Frau erlebte mit zirka 25 Jahren die Drud am eigenen Körper. Den Drud-Spruch hat ihr die Mutter schon als kleines Kind beigebracht. (O.Ö. Heimatblätter Jhg. 24, Heft 1 / 2, 1970 S. 42, und Band 1 „Das Mühlviertel“, S. 83, vom Verfasser)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 90)
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Drud  / 
Drud
Vertritt die Frau Holle oder die Bertha. Drut oder Drude ist gleich wie Hexe.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 83)
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Drudenkreuz (das)  / 
Drudenkreuz (das)
fünfzackiger Stern, mit einem Strich gezogen, als Abwehrzauber auf die Betten gemalt.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 84)
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Drångäd (das)  / 
Drångäd (das)
Knechte und Mägde bekamen alle Jahre zu Maria Lichtmeß das Drångäd, das ist ein Handgeld, das sie zum weiteren Dienstverbleib verpflichtete. Das Drångäd ausschlagen hieß, den Dienst nicht weiter annehmen wollen bzw. ihn von vornherein ausschlagen wollen („Pauli bekehr di, nimms Pinkerl und scher di“). Wurde der Dienstbote vom Bauern bis Lichtmeß nicht „angesprochen“ und bekam er auch kein Drångäd, so kam das einer Kündigung gleich.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 79)
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Dunastoa (der)  / 
Dunastoa (der)
„Donnerstein“: Stein, an dessen Stärke alles abprallt. Gegen die Schläge mit dem „Dunastoa“ gibt es ein Mittel, zusammengesetzt aus: 1 Grill, 1 Spinne, 3 Geißhaar und just 3 vierblattladige zwen Klee.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 84)
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Dunawurzn (die)  / 
Dunawurzn (die)
Donnerwurz, fette Henne (Pflanze), sie wird heute noch teilweise als Blitzabwehr (Donnerabwehr) am Dach gepflanzt.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 85)
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Dung (der)  / 
Dung (der)
Dünger ... die alten Germanen deckten ihre Grubenhäuser mit Dung (Germania)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 91)
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Durischnitt (der)  / 
Durischnitt (der)
auch Billwißschnitt genannt. Viele Jahrhunderte altes Naturrätsel. Das auf den Feldern stehende Getreide weist manchmal einen schmalen, höchst doppelhandbreiten, in der Regel quer durch den Acker laufenden Strich auf, auf dem die Halme in beiläufig halber Höhe gleichsam abgeschnitten sind. Wie dieser Streifenschnitt zustande kam, konnte niemals zufriedenstellend geklärt werden. Im altheidnischen Volksglauben war der Billwiß wohl ein Gespensterwesen, verwandt, aber nicht zu verwechseln mit dem Roggenhund oder Roggenwolf, der den Getreidefeldern bald Segen, bald Verderben bringt. In der mündlichen Überlieferung erscheint der Billwißschnitt als Zauber eines Hexenmeisters, der sich dadurch ebenso in den Besitz der fremden Getreidefrucht setzt, wie die Hexe durch Tuchmelken die Milch in den eigenen Stall zaubert. Die Ansichten, der Durischnitt (=Durchschnitt) sei ein Hexenstückerl, traf man noch vor 120 Jahren. Abergläubische Leute erschraken beim Anblick des Durischnitts in ihren Feldern, weil sie glaubten, die Hexe werde ihnen noch weiteren Schaden zufügen. Schon war ein Gegenmittel erfunden: Man fuhr die erste und die letzte Fuhr Getreide verkehrt mit dem Wagen nach Hause, um weiteren Zauber unwirksam zu machen. Man spannte die Zugtiere an der „Landwied“ an, was wiederum zum Gespött der Nachbarn führte. Im allgemeinen sucht man eine natürliche Erklärung für dieses Phänomen. Boshafte Beschädigung durch Menschen schied von vornherein aus, weil man niemals Fußspuren entdecken konnte. Die zurückgebliebenen Halmstücke waren nicht einmal verbogen. Für diese Tatsache war auch nicht ein Nagetier verantwortlich zu machen. Am wahrscheinlichsten ist, daß das Phänomen auf die Wirkung einen Blitzstrahles zurückzuführen ist. Für diese Annhame spricht auch der Umstand, daß – wie wenigstens zu den Dreißigerjahren aus Kefermarkt für zwei verschiedene Fälle an das Linzer Volksblatt berichtet wurde – der Hauptschnitt auch mehrere kleine Nebenschnitte aufwies. Das Vorhandensein des Durischnitts wurde gerade nach Gewittern festgestellt. Die abgetrennten Halme wiesen eine Schwarzfärbung auf. Weitere Meldungen kamen aus Hartherleiten, Gutau, Lest und Freidorf. Sowohl der „Durischnitt“ als auch die „Wilde Jagd“ haben mit der Zeit ganz aufgehört. Vor 90 Jahren schrieb der seinerzeit in Forscherkreisen wohlbekannte Pfarrer Saxeneder, er habe die wilde Jagd noch sehr gut selbst kennengelernt, nun habe sie aber aufgehört, und zwar ungefähr in der Zeit, als die Eisenbahn entstanden, weswegen er der Meinung sei, daß auf der Erde liegende Eisen die athmosphärischen Spannungen mehr oder minder ausgleichen und dadurch verschiedene Luftrevolten verhindert würde (HG 6. Jahrgang, 1. Heft, Seite 64). Johann Sigl (Kleinzell) In den O.Ö. Heimatblättern Jahrgang 2 Heft 1 1948 Seite 53 wird diesem Thema ein Beitrag unter dem Titel „Bausteine zur Heimatkunde – Der Bilwis“ im Umfang von mehr als 8 Seiten eingeräumt, außerdem sind fotogrphische Aufnahmen von Bilwis sehr eindeutiger Art zu sehen. Sie stammen aus der Gegend von Freistadt. Auszüge davon: Der Mittag sonnt sein güldnes Haar – Schleift da im Korn nicht leiser Tritt? Singt da nicht silberner Sichel Schnitt? Komm, Kind, mein Kind! Das ist die Mahr Im Norden die „Mahr“, die „Kornmuhme“, die „Roggenmuhme“, der „Roggenwolf“, die „Roggensau“, der oder die „Alte“, das „Roggenweib“, das „Hacklweib“, der „gaml. Mand“, der „Dänen“, der „Skurekasi“, der „Norweger“, im Osten der „Sichelmann“ oder „Mittagsgeist“, der „Dziad“, der „Polen“, im Süden der deutschsprachigen Gebiete die „Habergais“, der „Bilmaz“ oder „Bilmis“, auch der große „Plan“ der alten Griechen, sie sind immer dieselbe Gestalt aus dem indogermanischen Glauben. Die Walpurgisnacht 30.04. und die Johannisnacht 24.06. (Sommersonnenwende) sind besonders gefährdend.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 85)
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Dåchtrauf (die)  / 
Dåchtrauf (die)
Dachrinne; vielfach endete bei der Dåachtrauf auch das Eigentum (MA); ... „na da Suppen is neamd mehr üba d´Dåchtrauf dani kema“, heißt es in einem Bericht, als der Markt Schwertberg einmal abgebrannt war. (Suppe ist der Begriff für das Abendmahl)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 63)
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Dådermånn  / 
Dådermånn
bekleidete Figur aus Stroh mit Holzgestell, ähnlich der Krautscheuche. Am Beichttag der Dorfjugend wurde er an einer belebten Stelle an einer Wand aufgestellt. An einem Arm trug er ein Körberl und lud mit einem Spruchband zum Hineinlegen einer Bretzen ein (Julbach – HG 8. Jhg. 1927/ S. 355)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 64)
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Dålk (der)  / 
Dålk (der)
sitzengebliebener Germkuchen, dem Sinne nach auch auf Menschen übertragen. „ ... heb di Schöberl, sunst bleibst a Dålk.“ – Schöberl ist eine Suppeneinlage aus einer vorgebackenen Teigwaren, die in die Suppe gegeben ihr Volumen vergrößert. Geht das Gebäck nicht auf, dann bleibt es eben ein Dålk, eine zusammengeschrumpfte Masse.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 66)
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Dåmerl (der)  / 
Dåmerl (der)
Kuchen aus einer flachen Kuchenform; ... Magst a wenig an Dåmerl? (OM) „Dåmerl“ wird auch als gutmütiger Schimpfname verwendet.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 67)
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Dåmpfnudln  / 
Dåmpfnudln
Bauernkost aus Germteig (Hefeteig)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 79)
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