Brauchtum
  Essgeschichten
  Regionalgeschichte
  Regionale Literatur
  Aktuelles
  Links / Adressen
  Wörterbuch / Sprichwörter
  Charity
Lebenserinnerungen  Trachten  Fotos  Sitemap  Impressum  Home

Wörterbuch / Sprichwörter

Regionalkultur im Internet

    A BC D E F G H I JK L M N O PQ R S T UV WX YZ

Interessante und passende Ergänzungen von Ihrer Seite sind uns willkommen. Diese werden auch gerne ins Wörterbuch aufgenommen. Bei Ihren Einsendungen vergessen Sie nicht uns die regionale Herkunft und eine Erklärung des Ausdruckes zu übermitteln. Zudem veröffentlichen wir mit dem Beitrag gerne Namen und Wohnort des Autors.
Ihren Beitrag senden sie an eurojournal@utanet.at

 
 
Eadholla (der)  / 
Eadholla (der)
Erdholler, Geißfuß oder Girsch: ein Mittel gegen Gicht und Podagra (lat. Aegopodium Podagraia). Er hat nichts mit der Hollerstaude zu tun.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 89)
Schließen
Ehaftthaiding – Ehaft (die)  / 
Ehaftthaiding – Ehaft (die)
Sammlung aller örtlichen Satzungen, Rechte und Pflichten. Im heutigen Sinne Marktordnung oder Marktstatut. Die Ehaft war die Grundlage für das gemeindliche Leben und schuf die unerläßliche Ordnung in einer „Bürgergmein“.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 90)
Schließen
Ei(n)leger (der)  / 
Ei(n)leger (der)
ausgediente Dienstboten, wurden von jedem Bauern in der Gemeinde etwa zwei bis drei Wochen in der „Ei(n)lag“ d.h. in Kost und Quartier behalten. Meist schliefen sie im Kuhstall oder im Heu (im Rübenkeller hatten selbst die Bauerntöchter ihre Betten aufgestellt). Die Ei(n)leger wurden dann zu einfachen Arbeiten im Haus herangezogen. Die alten gebrechlichen Mägde mußten sich mit Flickarbeit nützlich machen, die Stube sauber machen, federschleißln und dergleichen, während die ausgedungenen Knechte Futter schneiden, Späne machen, Brennholz hereintragen und ähnliche Arbeiten verrichten mußten. Am Zeißberg befindet sich an einer tausendjährigen Eibe ein Baumbild. Hier ist eine Einlegerin am Weg zu ihrem Gnadenbrotgeber im Schneesturm erfroren. In Weitersfelden war ein Einleger am Misthaufen erfroren, als er zu spät ins Quartier kam.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 94)
Schließen
ei(n)steh(n)  / 
ei(n)steh(n)
den Dienst bei einem Bauern antreten (6. Jänner oder 2. Feber Maria Lichtmeß) ... zwen Knecht und zwoa Dirna hand af Liachtmessen eingstånden ... Zwei Knechte und Zwei Mägde sind zu Maria Lichtmeß eingetreten.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 95)
Schließen
ei(n)woagga  / 
ei(n)woagga
einweichen; ... das hiati Bråd muaß ma einwoagga ... das harte Brot muß man einweichen

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 96)
Schließen
Einkehrn (das)  / 
Einkehrn (das)
Nach dem Kirchgang einen Gasthausbesuch machen. Dieses Brauchtum war nur Männern bzw. den Bauern vorbehalten. Frauen, Kinder, Mägde und Knechte traten unverzüglich den Heimweg an, um zu den Mahlzeitarbeiten, das ist die Versorgung des gesamten Viehbestandes, mittags zu Hause zu sein. Gasthöfe (Gastgebschaften), Wirtshäuser und „Einkehrhäuser“ waren zum Unterschied von Bier-, Wein- und Branntweinschenken, diejenige Häuser, auf denen das Recht lag, Fremde und Reisende nicht nur aufzunehmen und mit Speis und Trank zu versorgen, sondern diese auch mit ihren Pferden und Wagen zu beherbergen; zu diesem Zwecke mußten sie auch mit den nötigen Wohnungen, Ställen und Schuppen usw. versehen und im Besitz einer Einkehrwirtshaus-Befugnis sein. Die andere Gruppe, die Bier-, Wein- und Branntweinschenken (Leutgebschaften), hatten nur das Recht zum Ausschenken und Auskochen, aber nicht zur Beherbergung (Friedrich Schober, Mühlviertler Heimatblatt 4/80, Seite 110) 1795 war eine neue Wirtshausordnung erlassen worden, nach der unter anderem in den Wirtszimmern „zu jedermanns Wissen an einem sichtbaren Orte“ die „Wirtstafel“ mit den im Haus festgesetzten Preisen aufzuhängen war. An dieser Tafel mußten sichtbar sein der Preis für die verschiedenen Mahlzeiten, u.a. Für eine Herrenmahlzeit an Fleischtagen ... Für eine Herrenmahlzeit an Fasttagen ... Für ein Hochzeitsmahl am Fleischtage ... Für ein Hochzeitsmahl ... eine Weibsperson zahlet aber hiefür Für eine gemeine Mahlzeit am Fleischtage ... Für eine gemeine Mahlzeit an Fasttagen Für ein Fuhrmannsmahl ... Wein-Taxe ... Für ein Wiener Maaß (erster bis vierter Klasse) Pferdezehrung ... Stallmauth für Tag und Nacht ... Stallmauth für die Nacht alleine Für ein sogenanntes Maßel, das ist 1/32 Metzen Hafer ... Der Wirt hatte den ankommenden Gast zu fragen, ob er mit diesen Preisen einverstanden sei, oder ob er besser oder schlechter bedient werden möchte. Alle auch nur über eine Nacht einkehrenden Gäste hatte der Wirt mittels Meldezettel bei der Ortsobrigkeit zu melden (entnommen einem Bericht in den Mühlviertler Heimatblättern 4/80)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 92 - 94)
Schließen
Einlag  / 
Einlag
das Verweilen des Einlegers beim Gnadenbrotgeber

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 94)
Schließen
Einschiaßn (das)  / 
Einschiaßn (das)
Der Brotteig wird mittels einer „Ofenschüssel“ (rundes Brett mit langem Stil) in den Backofen geschoben.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 95)
Schließen
Eisnbahnerkuah  / 
Eisnbahnerkuah
Ziege, die Kuh im Eisenbahnwärterhäuschen

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 95)
Schließen
Epfö  / 
Epfö
Äpfel

Quelle: © Edda Seidl-Reiter "Das Mühlviertel in seiner Sprache - Juiwegga Dudn". (S. 193)
Schließen
Erda  / 
Erda
Eritag, Dienstag Eri dürfte von Arius abgeleitet sein. Die Langobarden waren zuerst nicht Katholiken, sondern Arianer.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 98)
Schließen
Erda (der)  / 
Erda (der)
Eritag, Dienstag, ... Eri dürfte von Arius abgeleitet sein. Die Langobarden waren zuerst nicht Katholiken, sondern Arianer.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 98)
Schließen
Erdståll (der)  / 
Erdståll (der)
In ganz alten Siedlungen finden wir im Mühlviertel unter den Höfen Zufluchtstätten, man nennt diese unterirdischen Bauten „Erdställe“, die über ganz Europa verbreitet sind. Alle diese Erdställe sind lediglich dazu geeignet, bei Gefahr plötzlich und ganz unvorbereitet das nackte Leben in Sicherheit zu bringen. Die Engen, das Dunkel, die Unübersichlichkeit und das Unheimliche eines unterirdischen Labyrinths mußte wohl dem Verfolger das Nachkriechen sicher verleiden (K. Krenn, HG 1934 3/4 S. 156). Das Alter dieser Zufluchtwstätten ist unbekannt. Es ist fast immer mit dem Alter der Siedlung oder dem Haus, von dem der Erstall ausgeht, verbunden. In Ulrichsberg 14. und 15. Jhdt. Einige Erdställe im Bezirk Rohrbach: Im Haus Ulrichsberg Nr. 13, beim Haus Rudersböck in Auberg, ein weiterer in Klotzing bei Niederkappel, dann jene in Peilstein, in Wolketsberg bei Rohrbach, in Sarleinsbach, Altenhof und Kleinzell. Weitere Erdställe im Mühlviertel: Im Haushof des Mittermayergutes Nr. 2 in Pelmberg, Gemeinde Hellmonsödt befinden sich unterirdische Gänge. Der Zugang liegt unter der aus Feldsteinen aufgebauten „Gred“. In Matzelsdorf in der Nähe des Bauernhauses Neuwirth, zwischen Neumarkt und Hagenberg. Neumarkt im Mühlkreis: Alter unterirdischer Gang, größtenteils eingefallen, beim Leubnergut zu Neumarkt, in der Richtung zu der zehn Minuten entfernten Ruine Bergstall. Siegelsdorf Gemeinde Lasberg im Garten des Anwesens „Sepp“.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 99)
Schließen
Erdöpförõa (der)  / 
Erdöpförõa (der)
Kartoffelrain. ... Erdöpförõa (OM); Die Inwohnerin des Häusels am Bauernhof (Häuslwei) mußte für den Zins und einen Erdöpförõa den ganzen Sommer lang bei der Ernte mitarbeiten.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 99)
Schließen
Extra ordinari Gfölle  / 
Extra ordinari Gfölle
Darunter ist zu verstehen: Das Ungeld=Getränkesteuer Taz=Getränkesteuer (süßer Wein an die Freistädter) Rüststeuer=für Kriegszwecke Sterbhaupt=Viehabgabe bei Todesfällen Anleitgeld=Abgabe beim Kommen in das Dorf oder den Markt Fertiggeld=für Ausstellungen von brieflichen Urkunden Inleitsteuer=für Einnahme von verkauftem Getreide Possegeld=bei Besitzergreifung einer Pfarre durch den Pfarrherrn (MA)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 101)
Schließen


Vorerst haben wir das Wörterbuch für Sie bereit gestellt.Es dient der Erörterung und dem vergleich vorwiegend mundartlicher Ausdrücke.
Die Sprichwörtersammlung mit Erörterung bzw. geschichtlichen
Hintergrund ist in Arbeit.

 

www.dialektwolke.at

Beiträge / Anfragen bitte per E-Mail an eurojournal@utanet.at senden.