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Hal  / 
Hal
Hall, schall, Hall göbn, antworten; "Hall gát," Antwort gibt

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Halmrecha (der)  / 
Halmrecha (der)
Großer überbreiter Rechen zum Sammeln der Getreideähren, welche nach dem Schnitt noch am Acker zurückbleiben

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 170)
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hárbt  / 
hárbt
inf hárbn, sich ärgern, sich erzürnen

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Hauswurzn  / 
Hauswurzn
1. Fette Henne (Pflanze), am Dach gepflanzt gegen den Blitz und Donner, daher auch Donnerwurz. 2. gutmütiger Mensch, der sich für alle Arbeiten verwenden läßt.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 177)
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hawers Garn  / 
hawers Garn
Garn aus Flachs.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 144)
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Headarm (die)  / 
Headarm (die)
Hühnerdärme, gemeint ist das Gartenunkraut

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 145)
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Heanhkwowö  / 
Heanhkwowö
Hühnerkobel ... in St. Leonhard und in anderen alten Pfarrkirchen sind an der Rückseite des Altars heute noch die sogenannten Heahkowön zu sehen. Hier deponierten (opferten) die Pilger ihre mitgebrachten schwarzen Hühner. Sie wurden auch von anderen bußwilligen Kirchenbesucher gegen Erlag einer Münze entliehen. Die Hühner wurden um den Altar getragen, während man sie zwickte, um sie zum Schreien zu bringen. Durch das Geschrei der Henne sollte der liebe Gott auf das dargebrachte Opfer aufmerksam werden (siehe Band 1, S. 355)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 145)
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Hefang (die)  / 
Hefang (die)
Hebamme, sie wurde auch früher auch das "Wüdö Weib" genannt (wildes Weib, wüd=unschamhaft)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 179)
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Heilige Zeiten  / 
Heilige Zeiten
Ostern, Pfingsten, Weihnachten (Verwandtschaftsbesuche); ... er kimt nur alle Heiligen Zeiten

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 181)
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Heilingstriezl (der)  / 
Heilingstriezl (der)
Bitt går schen um an Heilingstriezl, bitt går schen um an weißen, koan schwarzen måg i nöt dabeißen. (Siehe Band 1)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 148)
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Heiliwecken  / 
Heiliwecken
Geflochtener Wecken zu Allerheiligen für die Godenkinder

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 181)
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Heilkräutln (die, Mzl)  / 
Heilkräutln (die, Mzl)
Heilkräuter wie Kranawittwipfeln, das sind junge Triebe des Wacholderstrauches gegen Wassersucht, Gänskreß hilft gegen Blutspucken, Gnadenkraut gegen hitziges Fieber, Birkensaft gegen kranke Brust, Rosemarin in Essig angesetzt gegen die Auszehrung, Todnkräutl gegen Lungensucht, Krebs und ungesunde Ausdünstung ... Jedoch fürn Tå hand koani Kräutln g´wåchsen ... gegen den Tod sind keine Kräuter gewachsen.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 148 - 149)
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Heilsam (der)  / 
Heilsam (der)
Pechöl (siehe Pechölbrennen, Pechölstein). Das Rechöl war ein Allheilmittel und durfte nicht verkauft werden, da es sonst seine Heilwirkung verloren hätte. (Hoffentlich macht das bei unseren Apothekern einmal Schule)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 181)
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Heni (das)  / 
Heni (das)
der Honig ... hei kriagn ma fest an Heni ... heuer kriegen wir viel Honig GM. Es gibt auch Flurnamen wie Henileitn in St. Leonhard und die Honigmauer in Waldhausen, ein Felsüberhang mit eingemeißeltem Muster eines Pechölsteiner. Die Bedeutung der Flurnamen ist ungeklärt.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 149)
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Herndlberger  / 
Herndlberger
Teufel (den Namen des Teufels durfte man ja nicht aussprechen, sonst fühlte er sich gerufen)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 183)
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Herrgottmacher (der)  / 
Herrgottmacher (der)
aus Sandl, eine Mehlmasse aus Papiermaschee wurde in eine vorher mit Graphitstaub ausgestreute Tonform gepreßt (HG 1928 H.3 S.151)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 183)
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Herzgsperr (das)  / 
Herzgsperr (das)
Kinderkrankheit, die man durch Wenden vertreiben konnte (HG. 1930 11.Jhg. 1. u. 2. Heft)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 184)
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Hetschafux  / 
Hetschafux
Fabelwesen, Fuchs der sich von den Früchten der Wildrose ernährt (hetschepetsche = Hagebutte) Der schaut drein wira Hetschafux

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 184)
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hetschen  / 
hetschen
schälen, aushetschen, Eicheln und Nüsse abschälen. Die Schale ist die Hetschn

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 184)
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Heug  / 
Heug
inf. heugn, Heu zusammenrechen

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Hex (die)  / 
Hex (die)
Hexe – Im Mittelalter zur Zeit der Hexenverbrennungen waren junge hübsche Hexen die Buhlinnen des Teufels. Im Volksglauben versteht man unter Hex – abgesehen von schmeichelnden Scherznamen für ein schönes, feuriges Mädchen – ein altes, verhuntzeltes, häßliches Weib, dem man dämonische boshafte Zauberei zuschreibt, wie Verzauberung des Viehs, Behexen der Kühe, bis sie keine Milch mehr geben, "Vaschrei(n)" der Kleinkinder, daß sie kein Glück mehr haben, Krankheitserzeugung durch Giftkräuter usw. Gegen das "Verhexen" schützt man sich durch das Mittragen von Brot und im Falle einer "Begegnung mit einer Hexe" durch Bekreuzigung (Teilweise entnommen aus dem Wörterbuch zur O.Ö. Volksmundart. Jungmair/Etz) Es gibt die "Wedahexen", die Gewitter bruaen und die Ernte vernichten. Besonders im MV gibt es viele Teufels- und Hexensagen.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 185)
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Hexenbesen  / 
Hexenbesen
Wucherung, Krebswucherung im Geäst von Fichten, Tannen und Föhren, aber auch an Birken und Kirschbäumen. Sie erreichen eine Größe bis 1 _ m im Durchmesser. Sie sind so dicht verästelt, daß sie oft das Aussehen eines Adlerhorstes haben; der Hexenbesen wird dem Donnerbesen gleichgesetzt, der sich als Schutz gegen Blitzschlag in Süddeutschland noch an vielen Hausgiebeln findet.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 185)
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Hexenmoasta (der)  / 
Hexenmoasta (der)
Ein Mann, der den Hexen überlegen war und es verstand, wirksame Gegenmittel anzuwenden, wenn jemand durch Hexen geschädigt wurde. Man holte sich z.B. einen Hexenmeister von Peilstein oder in einem Falle sogar einen von Passau in die Rohrbacher Gegend, um Hexenzauber abzuwenden. Sieß berichtet, daß einmal ein Hexenmeister die Anweisung an die Bauern erteilte, unverzüglich 9 Hosentürl in einer Reihe aufzuhängen, denn nur so könne der Böse Zauber vom Hause vertrieben werden. (Sagen aus dem Oberen Mühlviertel, Sieß)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch (S. 186)
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hexisch Budarühren  / 
hexisch Budarühren
Butterrühren nach Hexenart

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch (S. 186)
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hi(n)fålladi Krångad  / 
hi(n)fålladi Krångad
hinfallende Krankheit, Epilepsie

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 191)
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hibá  / 
hibá
hinbei, dort selbst

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Hießen  / 
Hießen
Hitze

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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himfázát  / 
himfázát
schluchzend, inf. himfáz’n

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Himibrandtee (der)  / 
Himibrandtee (der)
Königskerze, einst gesammelt in Rutenstein – Arznei und Farbstofflieferant - Himmelbrandtee

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 189)
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Himlátzá  / 
Himlátzá
Blitz

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Himmel und Höll  / 
Himmel und Höll
Himmel und Hölle, ein Kinderspiel mit den Samenstengeln des Löwenzahns, welche bekanntlich kleinen Fallschirmen gleichen. Durch Anpusten der Samenstengel fliegen die kleinen Fallschirme mit ihrem Samenkorn unten dran durch die Winde. Zurück bleibt die kahle Samenkapsel, welche mitunter eine schwarze Aushöhlung in der Mitte hat. Dies bedeutete die Hölle. Ist keine solche vorhanden, bedeutete das Himmel. Dieses zu erraten ergibt das Spiel. Man kommt entweder in den Himmel oder die Hölle.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 190)
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Hintan (der)  / 
Hintan (der)
Ausdruck für Gesäß ... ön Hintan herzoagn

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 163)
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Hirbá  / 
Hirbá
Hiebár, Herberge

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Hirnbrántlát  / 
Hirnbrántlát
nicht recht bei Sinnen, verrückt

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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hirndámisch  / 
hirndámisch
aufbrausend

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Ho  / 
Ho
(Haar), Flachs

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Hoabeer  / 
Hoabeer
Heidelbeere. Die Ottenschläger nennt man spaßhalber auch die Hoabeerkloiber (Heidelbeerspalter)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 192)
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Hoabeerkampön  / 
Hoabeerkampön
die Heidelbeeren mit einem eigenen Rechen pflücken

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 192)
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hoabeerstampern  / 
hoabeerstampern
Heidelbeeren pflücken (scherzhaft)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 192)
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hoamrinnads Wåssa  / 
hoamrinnads Wåssa
ohne Pumpensystem in den Hof geleitetes Wasser, plätscherte Tag und Nacht in einen großen Steingrander, und das quellfrische Wasser wurde für Mensch und Tier zum lebenspendenden Element. Es gab nächst kleinen Weilern sogenannte Wasserverteiler in der Form von aufgestellten Steinsäulen, an deren Oberfläche kleine Rillen eingemeißelt wurden. Diese Rillen führten zu je einem senkrechten Bohrloch, das in der Fortsetzung Wasser durch eine Leitung zu den Bauernhöfen führte. Ein bedeutend größeres Loch sorgte für den ausreichenden Zulauf. Das Quellwasser verteilte sich so gleichmäßig auf die einzelnen Höfe. Sehr bedeutungsvolle Brunnen, waren die sogenannten Köhbrunnen, sie waren auch die ältesten Quellbrunnen im MV (siehe Wasserstoa in Band 2 und in Band 1, S. 224). Der Gred war der aus groben Steinplatten gelegte Gang, von der Haustür zu Stalltür, hier befand sich auch meist der Wassergrander, in den Tag und Nacht das Wasser plätscherte. Von hier aus wurde in hölzernen Schaffeln der Trång für die Schweine und Kühe in den Stall geschleppt, und das dreimal am Tage.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 165)
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Hobointl  / 
Hobointl
Grund, wo Flachs gebaut wird

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Hoflüß (die)  / 
Hoflüß (die)
mda "Hofluß" 1751 (A.St.Zw.) in der Nähe der Bauernhöfe; bei der Lüß (Lüsse) oder Gewannfluhren ist der Ackerboden in schmale, meist gleichgroße parallel geführte Streifenparzellen eingeteilt. "Lüß" (Mz. Lüsse) = los bedeutet nach Prof. Otto Schilder "Anteil am Boden". Der Ausdruck "Gewanne" stammt vom ahd. "Giwinna"=mühevoll arbeiten.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 195)
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Hoiablüa  / 
Hoiablüa
Hollerblüten, vorzüglicher Tee (Heilkraut). Die Blütentrauben in heißem Fett gebacken ergeben die vorzüglichen schmeckenden Hollerkrapfen.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 198)
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Hoiastaudn, Hollastaudn  / 
Hoiastaudn, Hollastaudn
Hollunderbusch

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 198)
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Holzåpfö  / 
Holzåpfö
Holzapfel (Prumus domestica) vom wilden, unveredelten Apfelbaum. Er diente in Notzeiten, in saure Suppe eingekocht, als Nahrungsmittel. Der Apfelbaumname Apfoltern dürfte darin seinen Ursprung haben. Das keltische Abilunon steht für Abelanon, Apfelbaumstadt, sie wird im Bereich der Aist vermutet. Apfoltern in der Gemeinde Rainbach wäre eine Möglichkeit. Ablunon = Apfelstadt (Leonhard Franz, Eine keltische Niederlage in Südböhmen, 2. Bd. 1942)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 168)
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Howan (der)  / 
Howan (der)
Hafer

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 170)
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Hund vaboada  / 
Hund vaboada
âbgeschwächter Fluch, vaboada soll verfluchter bedeuten. OM Hund war im Mittelalter kein Schimpfwort, sondern Ausdruck für einen besonders tapferen und schneidigen Kerl. Die Kuenringer nannten sich selber die Hund.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 171)
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Hunga  / 
Hunga
Hunger hat man als Dienstbote nicht haben dürfen. Was einer vorgesetzt bekam, mußte reichen ... Hunger ist der beste Koch!

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 171)
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hus  / 
hus
Im 12. und 13. Jhdt war die Bezeichnung "hus" für Burg (festes, befestigtes Haus) gebräuchlich (E. Schwarz: Ortsnamen des östlichen O.Ö., siehe Hochhaus). Östlich der Traun sind 27 Hochhäuser bekanntgeworden. Die Vorsilbe "hoch" könnte auch als Vorrang oder Überordnung aufgefaßt werden. Beträchtliche Teile des MV sind uraltes Siedlungsgebiet (Steinzeitfunde im MV). Besonders in der Donauniederung, Raum Gallneukirchen und Engerwitzdorf, aber auch in den Gebieten Arnreit, Helfenberg, Klotzing, Niederranna, Oberhard, Piesreit, Witzersdorf, Untermühl, Windorf (G. Wasmayr, Ulrichsberg). Der Steinbeilfund aus Hinterschiffl ist der nördlichste Fund im MV (begangenes Gebiet) (Pfeffer, das Mühlviertel in der Frühzeit, O.Ö. Hbl 1960 Jhg. 14/1 S.12)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 203)
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hussen  / 
hussen
hetzen, ... den Hund auffi hussen ... den Hund hetzen; "hussen" dürfte noch vom Einfall der Hussiten im 15. Jhdt herstammen.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 203)
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Håbada (ein)  / 
Håbada (ein)
Most, ... Most, der die Mundschleimhaut zusammenzieht

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 135)
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Håberbirn  / 
Håberbirn
alte Birnensorte im UM, die um die Zeit der Haferernte (Håbern) reifte

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 164)
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Håbergoaß (die)  / 
Håbergoaß (die)
Hafergeiß oder Plödergoaß genannt. Brauchtumsfigur: In OÖ gebräuchliche Begleiterin des Nikolo und Krampus. Mancherorts eine Schreckensgestalt in Teufelsmaske mit Hörndln und Bocksfuß, gebückt gehend, oder auf allen Vieren kriechend. Meist trägt sie eine Mistgabel mit. Im MV trug sie auch einen Sack mit Hafer mit sich und bewarf in der Stube oder im Freien herumstehende Leute, indem sie ihnen hafer handvollweise ins Gesicht warf. Die Habergeiß hat einen hölzernen Kopf mit aufgesetzten Hörnern. Unter einer Decke stecken zwei Burschen, die den Körper der Habergeiß darstellen. Ein Treiber öffnet die Tür, die Habergeiß kommt herein, wo schon alle versammelt sind, gefolgt vom Viehdoktor, dem Geißbuben und anderen vermumten Gestalten. Die Habergeiß wird zur Ader gelassen. Der Viehdoktor sticht in den Bauch, wo eine Blase gefüllt mit Himbeersaft, und alle Anwesenden bespritzt. Die Habergeiß wird auch gemolken und gefüttert, dann zieht sie in das nächste Haus. Habergeiß wird auch der Waldkauz genannt, dessen Schrei auch als Ankündigung eines Todesfalles gilt. Nach Überlieferung ist es ein Vogel mit drei Beinen, von dem der Spruch sagt: "Wann d´Habergoaß schreit, ist der Tod nimma weit" (K. Aldrian)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 164)
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hålt  / 
hålt
hålt dein Brotlådn! ... halt deinen Mund

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 138)
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Hånif (der)  / 
Hånif (der)
Hanf, auch Håår oder Werch genannt. Der Hanfanbau war im Mühlviertel einst sehr verbreitet und damit auch die Verarbeitung des Produktes bis zum Gespinst auf Grobleinen. Es erforderte viel Mühe und Arbeit, bis die Rupferne Lei(n)wad (grobes ungebleichtes Leinen) in der Truhe lag und als Aussteuer für die Haustochter wieder herausgeholt wurde. Ging die Produktion über das erforderliche Maß hinaus, so wurde diese dem Leiwadmå(n) verkauft, der in den Bauerhäusern kein Unbekannter war (siehe Weberstråß)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 141)
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Håruck (der)  / 
Håruck (der)
1. Aus Steinen geschlichtete Grenzmauern auf Höhenrücken (im Mühlviertel sehr häufig vorkommende Erscheinung auf den Bergeshöhen) (Aus Germania von Eugen Fehrle, J.F. Lehmanns Verlag München, Berlin, S. 882) 2. Rücken von Schwein und Rind, gilt als die beste Fleischsorte. Das Auslösen des Harucks wird heute nicht mehr praktiziert, die Tiere werden nunmehr in zwei gleiche Teile zerlegt. 3. Sodbrennen ... Manche essen am Neujahrstage nüchternen Magens in Branntwein getauchten und angezündeten Lebkuchen, was gegen den Hoaruck, das Sodbrennen helfen soll.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 142)
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Håselgra(b)m (der)  / 
Håselgra(b)m (der)
Haselgraben, er ist die Dialektgrenze zwischen OM und UM. Die Oberen Mühlviertler meinen, hier hört das Mühlviertel auf und die Riedmark beginnt, was geographisch auch richtig wäre.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 174)
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Håselstaudn (die)  / 
Håselstaudn (die)
Haselstrauch (Corylus). Haslach soll davon den Namen tragen (Hans Commenda OÖ. : Hbl. Jg. 9, Heft 1, S. 54)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 143)
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håwada Most  / 
håwada Most
haltender Most; Most, der am Gaumen ein trockenes Gefühl erzeugt. Landbirnmost, der sich am Gaumen festlegt

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 178)
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Håwanbråd (das)  / 
Håwanbråd (das)
Haferbrot während des 1. Weltkriegs

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 178)
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Håwansackl (das)  / 
Håwansackl (das)
Hafersäckchen ... Hafer, heiß gemacht und in ein Säckchen gefüllt, wurde bei Schmerzen aller Art aufgelegt.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 144)
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Håwanspreidan (die)  / 
Håwanspreidan (die)
Haferspreu

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 144)
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Håwanstroh (das)  / 
Håwanstroh (das)
Haferstroh ... mein Vådan sei Häuserl is mit Håwanstroh deckt ...

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 144)
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häf God  / 
häf God
helf Gott; wenn jemand niest, so sagt man "häf God" und man bedankt sich mit "gäds God" (gelts Gott)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 167)
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häffansgod  / 
häffansgod
helf uns Gott – wenn es blitzt

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 167)
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Hälediger (der)  / 
Hälediger (der)
der Teufel; ... nimm di in Acht, sunst kimt der Häledige üba di(ch)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 169)
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hälledi  / 
hälledi
unverdünnt, ... den Wein "hälledi" tringa oder das Fleisch ohne Brot essen (UM)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 169)
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häufti  / 
häufti
viel, sehr viel

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Höpping  / 
Höpping
Kröte

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Höppön (die)  / 
Höppön (die)
Kröte oder Krot, auch "Broadling" genannt (Opfertier in Eisen nachgebildet. St. Leonhard in Lawantal. Der Verfasser hat selbst in der Nähe der Bergsteinmauer in Hackstock Gemeinde Unterweißenbach ein verm. solches Votivtierchen gefunden, Länge 7,5 cm, Breite 3,5 cm, befindet sich in Eigenverwahrung)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 201)
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Hörist  / 
Hörist
Herbst

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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