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Interessante und passende Ergänzungen von Ihrer Seite sind uns willkommen. Diese werden auch gerne ins Wörterbuch aufgenommen. Bei Ihren Einsendungen vergessen Sie nicht uns die regionale Herkunft und eine Erklärung des Ausdruckes zu übermitteln. Zudem veröffentlichen wir mit dem Beitrag gerne Namen und Wohnort des Autors.
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Gachtl (das)  / 
Gachtl (das)
Garten ... im Gachtl (Gemüsegarten) vor den Stubenfenster gab es rote Rüben, Rettich, Salat, Schnittlauch, und wenn es der Platz erlaubte, auch noch Lilien, Herzerlstöcke, Malven, Hortensien, Pelargonien, Geranien, Nagerlstöcke und Küchengewürze. Am Gachtlzaun, der aus zugespitzten Sprissln (Spreißeln) bestand, befand sich noch die Ågråslstaudn (Stachelbeere), die Ribislstaudn (Johannisbeere) und Krenbletschn (Meerrettich). Auf dem Zaun wurde Sommer und Winter die grobe Wäsche aufgehängt. Im Winter wurde sie in steifgefrorenem Zustand abgenommen und bügelfeucht mit dem Kohlenbügel- oder Stachelbügeleisen geglättet.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 111)
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Gad  / 
Gad
Sankt, für fünf Ortschaften im Oberen Mühlviertel, bei denen das St. durch das noch nicht eindeutig erklärte Mundartwort Gad ersetzt wurde. Gad Peda = St. Peter, Gad Håns = St. Johann a.W., Gad Ura = St. Ulrich, Gad Mörtn = St. Martin, Gad Göbal = St. Gotthard

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 125)
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Ganggerl, Gankerl (der)  / 
Ganggerl, Gankerl (der)
1. Teufel, Spierifankerl, ... aus Scheu, den Namen Teufel auszusprechen, gibt man ihm andere Namen. Der Teufel hat ein Überbein, auch einen Geißfuß oder Pferdefuß. Teufel; meist als Kosewort benützt; ... du bist a kloana Ganggerl (Gankerl)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 127)
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Geamäul (das)  / 
Geamäul (das)
Primitive Leute taten in früheren Zeiten manchmal einen Mitmenschen schweren Schimpf dadurch an, daß sie ihre Mundwinkel mit beiden Daumen erweiterten und zugleich mit den zwei Mittelfingern ihre unteren Augenlider Herabzogen; das nannte man jemanden das Geamäul (vom Gähnen) zeigen. Es gab aber auch ein künstlich hergestelltes Fratzengesicht, das man ebenfalls Geamäul nannte und das zur Hauseinrichtung gehörte. Als es nämlich noch die großen Kachelöfen und Holzspäne zur Beleuchtung gab, stand auf dem breiten Ofensims eine rohe Kopffigur aus Lehm mit offenen Maul; sie diente als Träger für den brennenden Holzspan. Diese Figur wurde dann je nach Lichtbedarf auf dem Ofengesims herumgeschoben. Auf Mauerwänden und auch auf Möbeln erinnern uns derartige Fratzengesichter noch an das Geanmäul. (Joh. Sigl, Beiträge zur Landes- und Volkskunde des Mühlviertels, Siehe Band 1, S. 129)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 114 - 115)
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geh weida kim  / 
geh weida kim
Das Gehen ist die älteste Form der Fortbewegung und bringt uns auf die natürlichste Art von einem Ort zum anderen. Ums Gehen geht es auch in unserem Sprachgebrauch, es ist fest verankert und symbolisiert Anfang und Ende, Gesundheit und Krankheit, Aufbruch und Wiederkehr. Gemeinsames Gehen ist ein kommunikativer Vorgang, denn es „geht“ dabei um das gegenseitige kennen lernen und das gemeinsame Erleben von Natur und Umwelt. „Geh weida kim“, ist eine Einladung an jemanden, mit dem man einige Zeit auf gemeinsamem Weg verbringen möchte.

Quelle: Joschi Anzinger, Linz (www.joschi.at)
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Geister (die, Mz.)  / 
Geister (die, Mz.)
Nach uralter Volksmeinung hausen in Erde, Luft, Feuer und Wasser die Geister. In der Umdeutung sind es oft gefallene Engel, die Gott auf ihre Bitte in die Elemente bannte. Es sind Zwerge, Bergmandl, Wassermandl, Alraunen, Spirifankerl, Irrwische, Feen, Wasser- und Waldfräulein, Nixen, Habergeiß, Märzenkalbi, Schrättel usw. (HG 5. Jhg. 1924)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 130)
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ghånga  / 
ghånga
erhängt, gehängt. Wenn einer gehängt wird, soll der Wind wehen, damit er die Seele fortweht. Umgekehrt, wenn der Wind geht, sagt man, da ist einer gehäüngt worden.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 133)
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Giada führn  / 
Giada führn
Güter fahren, insbesondere Hochzeitgüter. Beim Aufladen durch die Dorfgemeinschaft wurde meist Schabernack getrieben. Man packte gerne Dinge ein, die nicht dazu gehörten, wie alte Steinbesen, Steine, Gerümpel aller Art. (UM)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 134)
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Giadafuhrleut (die, Mz)  / 
Giadafuhrleut (die, Mz)
Fuhrleute, welche die Hochzeitsgüter mit dem Pferdewagen transportierten. Sie wurden bei der Ankunft im Brauthause festlich bewirtet und es gab allerlei Spässe bei der Verladung der Güter, wobei die Jugend aus der Nachbarschaft fleißig handanlegte. (Sandl und seine Einwohner, HG 1935)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 134)
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Glaubauf (der)  / 
Glaubauf (der)
schemenhafte Gestalt in den Winterrauhnächten

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 121)
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Gledan  / 
Gledan
alte, schwächliche Frau

Quelle: © Edda Seidl-Reiter "Das Mühlviertel in seiner Sprache - Juiwegga Dudn". (S. 188)
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Gliedawoa (das)  / 
Gliedawoa (das)
Gliederweich, weiche Knochen haben, Engl. Krankheit. Dem Badewasser zugesetztes „Nolimetangerl“ wird dagegen angewandt (Hilpert – Mühlviertel)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 136)
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Glockenstreich (der)  / 
Glockenstreich (der)
Alarmläuten der Kirchglocken zum Mobilmachen der wehrfähigen Männer bei einbrechender Kriegsgefahr im MA

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 137)
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Gmacht (das)  / 
Gmacht (das)
Geschlechtsteil des Mannes. Ein Rainbacher Bierbrauer wollte das „G´mecht“ eines Gehenkten vom Scharfrichter erkaufen, um es dem Bier beizumengen, damit es sich vermehre und einen „köstlichen“ Geschmack bekomme. (Rainbacher HB).

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 138)
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Gmachtl (das)  / 
Gmachtl (das)
Mehl und Rahm vermischt zum Eindicken von Suppen und Soßen.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 138)
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Gmåhlta  / 
Gmåhlta
Mühlengetreide, Mahlgetreide

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 138)
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Goada bitten, Gödenbitten  / 
Goada bitten, Gödenbitten
Taufpaten bitten. Der neue Kindsvater ging mit einem langen Stock, dem sogenannten „Taf- oder Håzatstöcka“ (Tauf- oder Hochzeitsstecken) zur Haustür des Auserkorenen und ließ ihn aus dem Haus bitten. Er machte eine Verbeugung mit dem rechten Knie, wenn ein Bub geboren wurde, und einen leichten Knicks mit dem linken Knie, wenn es ein Mädchen geworden war. Zur Bewirtung gab es ein „Oaschmalz“ (Eierspeise). (HG 1. Jg)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 140)
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Godan  / 
Godan
Gattern, Gitter

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Goißvogel (der)  / 
Goißvogel (der)
Kauz; schreit der Goißvogel, kommt starker Regen (HB. 1922 S. 32)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 141)
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Goldwäscherhäusl  / 
Goldwäscherhäusl
(Goldwörth 62) Die alten Leute sagen noch immer, wir sind von „Werd“. Nach Bayrischen Aufschreibungen wurde 1728 bei Linz mit Erfolg Gold gewaschen. Selbst vor Steyregg und in Mauthausen wurde anfangs des 19. Jhdts Gold gewaschen. Außer einer Jahresgebühr mußte der Goldwäscher auch den Zehent entrichten. Ein haselnußgroßes Goldklümpchen je Mann galt als gute Jahresausbeute. Der Feingehalt des Goldes lag zwischen 950 und 1000. Ein Waschtisch wurde aufgestellt der mit einem haarigen Wolltuch bedeckt war. Der Schotter wurde auf ein Sandgitter geworfen und der Sand mit viel Wasser über den Tuchbedeckten Tisch geschwemmt. Dabei blieben die Goldflitter an den Haaren hängen. Das Tuch wurde dann durch Zugießen großer Wassermengen in einem Trog gewaschen, dann durch geschicktes Schütteln das Gold vom Taubsand getrennt und der Goldstaub zuletzt unter Zusatz von Borax geschmolzen.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 142)
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Gottikam  / 
Gottikam
Gotteswillkomm, Gruß

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Graisko  / 
Graisko
Brei aus Gries; Zungenbrecher: koa kloas Kind kån koan kloan Kind koa Griasko nöt kocha.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 148)
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Grandlbeer (die)  / 
Grandlbeer (die)
Preiselbeer OM, im UM auch Kranköbeer genannt

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 126)
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Greaspeis (die)  / 
Greaspeis (die)
Grünspeise: Spinat oder sonstiges Gemüse als Speise

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 147)
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grebsau  / 
grebsau
sehr sauer; ... der Most ist manchmal „grebsau“

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 147)
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grein  / 
grein
zanken, auszanken

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Grestl (das)  / 
Grestl (das)
geröstete Kartoffeln

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 148)
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Grias (der)  / 
Grias (der)
1. gbrochene Gerste 2. Ortsnamen und Ortsteile mit dem Namen Grias. Der Ursprung wird in der griesförmigen sandigen Erde vermutet. Am Grias – meist in Flußnähe (Gallneukirchen) 3. den Grias umihaun, sich eingriasln = einschmeicheln

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 148)
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griaslad  / 
griaslad
feinkörnig

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 149)
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Grießler (der)  / 
Grießler (der)
Greißler, Händler mit grobgemahlenem Getreide. Später ist der Name auf verschiedene Händler übergegangen.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 149)
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Grim  / 
Grim
Zorn

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Groamad (das)  / 
Groamad (das)
Grünmahd, zweite Heuernte

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 150)
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Groamön (die)  / 
Groamön (die)
Grammeln, Groamöknödel=Grammelknödel

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 150)
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Grugga (die)  / 
Grugga (die)
1. Krücke 2. Holzschuber mit Stange, mit dem man das Brot aus dem Backofen herausholte. 3.Schimpfwort

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 152)
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Grumá  / 
Grumá
Kummer

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Grundbirn  / 
Grundbirn
Kartoffeln

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Gruspi, Gruschbö  / 
Gruspi, Gruschbö
Knorpel, ..ö den Fleisch hand sovü Gruschbön drin.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 152)
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Grüenkini  / 
Grüenkini
Grünnkönig, Pickkönig in der Karte

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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gschafti  / 
gschafti
geschäftig, emsig, wichtig tuend; ... s´gschafti Kadal – Durchfall (die eilige Katharina) (UM)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 153)
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Gschludarad  / 
Gschludarad
Ansammlung von viel Flüssigkeit.

Quelle: © Edda Seidl-Reiter "Das Mühlviertel in seiner Sprache - Juiwegga Dudn". (S. 191)
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Gumsen (die)  / 
Gumsen (die)
Stoffpuppe. Diese Stoffpuppe wanderte beim Dreschen von einem Bauern zum anderen, wer als letzter drusch, erhielt sie und es wurde über ihn gespottet, weil er der letzte war. Spruch : Då håbts Gumsen, fuadats ös guad; wurde der Gumsenbringer ertappt, so erging es ihm nicht gut; er wurde zuerst bewirtrt, dann aber mit Ruß geschwärzt, ein Rechenstangel durch die Ärmel seines Rockes gezogen, die „Gumsen“ auf den Rücken gebunden, so wurde er nach Hause geschickt. Mit blechernen Häfen wurde ihm noch eine Begleitmusik gemacht. So geschehen in Klaffer (Aus der Hoamat, Lesebuch, 1934)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 159)
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Gwamsd  / 
Gwamsd
alte Kleidung

Quelle: © Edda Seidl-Reiter "Das Mühlviertel in seiner Sprache - Juiwegga Dudn". (S. 188)
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Gweichat (das)  / 
Gweichat (das)
Ödland, gemiedenes Grundstück, Brachland, möglicherweise eine alte Begräbnisstätte (Wasmayr, Ulrichsberg)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 161)
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Gült (die)  / 
Gült (die)
Abgabe des Bauern an seinen Grundherrn (15. Jhdt.)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 159)
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Gådasäuln (die)  / 
Gådasäuln (die)
Gattersäule. Die mancherorts im Mühlviertel noch vorkommenden Gattersäule haben historische Bedeutung. Vermutlich von Kaiser Josef II. eingeführte Abgrenzung des Eigentums, aber auch für Zauberabwehr, dem Sturm zu opfern, um seine Gefahren abzuwenden. Es sind Steinsäulen, mit einem runden oder viereckigen Loch versehen, wo man einen Holzgattern befestigen konnte. Nach altem Volksglauben durfte man sie nicht versetzen, denn unter dem Stein sollten die armen Seelen wohnen, die würde man verletzen. Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". In Fluren am Wegesrand aufgestellte Steine, Gattersäule oder auch Lochstein genannt. In einem Hofkirchner Taiding (Tagding, Satzung) wird bestimmt, daß zum Korn- und Haferbau die Gattern bereit und fertig sein müssen, das niamand Schaden leidet. Die Weg und Landwstraßen, so man für die Gätter komjmt, soll man treulich machen und khein Müst in den Wegen aufscharen (keinen Mist), (18. Bändchen v. Johann Sigl, Beiträge zur Landes- und Volkskunde im Mühlviertel, siehe Band 1, S.125)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 125)
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Göbedár  / 
Göbedár
Gebether, Segensprüche

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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Göpl (der) (Göppö)  / 
Göpl (der) (Göppö)
Göpel, landwirtschaftliche Antriebsmaschine, welche mittels Ochsen in Bewegung gesetzt wurde. Die Ochsen gingen im Kreis und betrieben eine Transmission, die verschiedene Maschinen bewegte, z.B. Futterschneidemaschine, Dreschmaschine (im Freilichtmuseum Pelmberg noch vorhanden)

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 143)
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Göth  / 
Göth
Göth

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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g’lirni  / 
g’lirni
gelehrig Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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g’napfátzt  / 
g’napfátzt
inf. napfátzen, im Sitzen einnicken, einschlafen

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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g’rad  / 
g’rad
inf. gradn, entbehren, meiden

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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g’sast  / 
g’sast
Saß (siesta), in gänzlicher Ruhe sich befinden

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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G’scherát  / 
G’scherát
Mühe, Plage

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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G’schirführá Buem  / 
G’schirführá Buem
Bursche, welche mit Töpfergeschirr auf dem Lande herumfahren und handeln.

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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G’schmatz  / 
G’schmatz
G’schmátzát, Geschwätz, Gerede

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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g’spári  / 
g’spári
sparsam, wirthschaftlich

Quelle: Franz Stelzhamer "Das bunte Buch" (1852)
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G´håg (das)  / 
G´håg (das)
1. Einfriedung; unserem „Hag“ entspricht das keltische „cagio“ der gleichen Bedeutung. Von der Urzeit bis heute war das Einfrieden, Einhegen der Äcker mit Steinmauern und Wällen. Man „verg´hagert“ heute noch den Besitz zum Schutze gegen Wild und als Grundgrenze. In diesem Zusammenhang liegt es nahe, an den Mühlviertler Ort „Windhag“ zu denken. Der Name Wind dürfte nach Ernst Milz ebenfalls aus dem Keltischen stammen. Im Keltischen heißt vindo´s adj. „weiß“ aber auch „schön“; „licht“ d.h. hier vom Walde gelichtet, denn nur eine solche Landschaft ist gerade für einen Bauern auch schön, damals wie heute. 2. primitiver Holzzaun aus Stangen

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 132)
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G´schirr  / 
G´schirr
Alle Gerätschaften, die man zum Bergaufziehen der Schiffe benötigte, wie ein kleines Ruderboot, welches zwischen Schiff und Ufer fuhr, um das Anschlagen des Schiffes am Ufer zu verhindern, Seile, Pferdegeschirr.

Quelle: Otto Milfait, Elvira Landgraf: "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch" (S. 154)
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g´schriföd  / 
g´schriföd
oder g´schreföd, geschrefelt, eingekerbt .. dö Brotrinden schriefön, damit man sie leichter beißen kann.

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 129)
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G´spitål (das)  / 
G´spitål (das)
Bürgerspital, Versorgungshaus, das früher in jeder größeren Ortschaft vorhanden war. Hier wurden nur alte, gebrechliche Leute aufgenommen. Es gab auch Aussätzigenhäuser, sogenannte Siechenhäuser, sie wurden im MA. Häufig nach dem hl. Geist und Heiligen benannt, so nach Johannes, Katharina, Rochus, Nikolaus u.a. (Josef Blau, Der Heimatforscher)

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 129)
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G´sundbrunn (der)  / 
G´sundbrunn (der)
Gesundbrunnen. Bäder und Gesundbrunnen in OÖ. Nach Pillwein: Seite 31, Geschichte der Stadt Linz: St. Oswald nahe am Bache Freistritz an der böhmischen Grenze. Das kalte Mineralbad in St. Thomas, Landgericht Ried,/Pfeffer, Linz Seite 32. Das Herzogtum Österreich ob der Enns, Wien 1796. Siehe auch Verehrung von Quelle und Baum im Mühlviertel, Verlag Denkmayr, Gallneukirchen 1990 von Otto Milfait. (Ergänzung dazu).

Quelle: Otto Milfait "Das Mühlviertel - Sprache, Brauch und Spruch". Band 2 (S. 132)
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