Als für mich am 16. September 1931 die Schulpflicht begann, war es mit der uneingeschränkten Freiheit zu Ende, denn allein der Schulweg nach Trofaiach und zurück beanspruchte eine Gehleistung von mindestens zwei Stunden. Im Winter mussten wir Schüler oftmals auf pfadlosen Wegen durch den tiefen Schnee stapfen. Da war dann der Bedarf an Bewegung bis zum Schlafengehen gedeckt. Der Markt Trofaiach, dessen Zentrum zwischen zwei markanten Kirchen mit Zwiebeltürmen liegt, hat mit seinen gepflegten Bürgerhäusern, den Geschäften, Gaststätten und Betrieben sowie den beiden altehrwürdigen, vornehmen Schlössern auf mich kleinen Dorfbuben einen überwältigenden Eindruck gemacht.

Und einen ganz besonderen Respekt flößte mir der Schulkomplex ein, der aus zwei Gebäuden, nämlich der Knabenvolksschule und der Mädchenvolksschule, bestand. Dazwischen lag ein großer Schulhof mit Garten und Spielplätzen. Meine anfängliche Ängstlichkeit vor der Schule und im Besonderen vor der gestrengen Elementarlehrerin, Frau Selma Stangi, verwandelte sich bald in Wohlbefinden, als ich merkte, dass ich besser war als die meisten Taferlklassler, und mir das Wohlwollen meiner Lehrerin zuteil wurde. Wir schrieben tatsächlich noch auf Schiefertafeln. Diesen Startvorteil konnte ich trotz meines dreimaligen Schulwechsels in der Hauptschule beibehalten.
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